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TYPO-D-Malen

 

Meine künstlerische Grundausbildung war auf den Bereich Grafik und Design ausgerichtet. Die Schwerpunkte lagen damals auf Form, Perspektive, Licht und Schatten - vornehmlich schwarz-weiß, versteht sich. Wie wichtig und wertvoll ein Museumsbesuch für Malbesessene sein kann, bewies sich bei mir 1994.  Unsere Reise nach Den Haag zur damaligen Ausstellung  fast aller Werke Vermeers im Mauritshuis, entfachte in mir den immer schon vorhandenen Wunsch, mein Wissen um die reine Ölmalerei zu vertiefen. Wenigstens wollte ich mehr zu verstehen lernen, wie so herrliche Gemälde wie Das Mädchen mit dem Perlenohring geschaffen wurden.

Meine direkt darauffolgende intensive Beschäftigung mit der Ölmalerei - sowohl in Kursen bei diversen Meistern aber, vor allem durch praktische Ausübung - haben mir gezeigt, dass Ölmalerei alles in sich vereint, was einen Künstler begeistern kann. Dabei sehe ich drei wichtige Voraussetzungen:

    Zeichnerisches Können ist für mich der wichtigste Ausgangspunkt. Es ist erforderlich, um gegenständliche Ideen zu Papier zu bringen und diese in mehr oder weniger detaillierten Umrissen auf Leinwand, Tafel oder Karton zu übertragen. Ich arbeite stets von zahlreichen Zeichnungen, egal ob die ursprüngliche Grundlage eine Portrait-Sitzung, umfangreiches Foto- oder Filmmaterial oder schlichte Erinnerung ist;

    Malerisches Können ist erforderlich, um aus den schwach gezeichneten Umrissen auf dem Malgrund heraus die von mir gewünschte realitätsnahe Plastizität und Farbtreue mittels Ölfarben und Lasuren zu entwickeln;

    Chemisch-technischer Sachverstand muss vorhanden sein damit Farben und Lasuren so miteinander verschmelzen und sich mit dem Malgrund dauerhaft verbinden. Hierzu gibt es unzählig viel Literatur. Ölmalerei ist aber vor allem auch ein Handwerk: vieles muss man durch Abschauen bei einem Meister (einer Meisterin) erlernen.

Die Estelle-Serie zeigt den Werdegang eines Ölgemäldes in groben Zügen. Ausgehend von einem bereits grundierten Malgrund (hier eine Holztafel) mit einem transparenten Farbauftrag, der sog, Imprimatur, der das Weiß des Untergrunds zähmen soll, zeigt der nächste Schritt die darauf übertragene Umrißskizze des Estelle Portraits. Es folgt die Schwarz/Weiß-Untermalung (grisaille), nach der das Bild einem schlichten s/w Foto ähnelt. Erst danach werden Schritt für Schritt die Farben und Lasuren von dunkel bis hell angelegt, bis dann langsam der Wandel zum endgültigen Farbportrait gelungen ist.
 

 

 

Bei “Spot On!” läuft aber erst einmal der kurze, in meinem Atelier gedrehte Spot, der Ende November 2006 in der TV-Sendung des WDR Tiere  suchen ein Zuhause gezeigt wurde.

 

 

 

 

 

SpotOn

 

TYPOLEISTE-UNTEN

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